CFP: 37. Österreichischer Museumstag

CFP: 37. Österreichischer Museumstag

37. Österreichischer Museumstag
Vielstimmig! Museum als Resonanzräume
14. – 17. Oktober 2026, Eisenstadt

 

Objekte tragen Sprache(n), Stimmen und Erzählungen in sich. Manche Dinge „sprechen“ mehrere Sprachen zugleich: Sie können über Grenzen wandern, werden in neue kulturelle und sprachliche Kontexte überführt, neu bezeichnet, neu verstanden. Dabei verändern sich nicht nur die verwendeten Sprachen, sondern auch die Perspektiven, aus denen über sie gesprochen wird, sowie die Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Ihre Bedeutungen verschieben sich, werden überlagert, übersetzt oder auch ausgelöscht. Der Österreichische Museumstag widmet sich dieser Mehrsprachigkeit materieller Kultur und fragt nach den sprachlichen Ebenen musealer Arbeit, nach den Erzählungen, die über Objekte entstehen, und nach den Stimmen bzw. Perspektiven, die im Museum hörbar werden – und jenen, die es nicht werden.

 

Wir wollen den Blick auf Dinge richten, die zwischen Sprachen und zwischen Welten stehen, und untersuchen, wie sie mit Fragen von Macht, Zugehörigkeit und Deutungshoheit verknüpft sind. Minderheitensprachen, koloniale Spuren, regionale Dialekte und Übersetzungspraktiken werden dabei ebenso in den Blick genommen wie die institutionellen Rahmenbedingungen, die bestimmen, wer aus welcher Perspektive spricht – und in welcher Sprache diese Erzählungen formuliert werden.
Wie werden Objekte selbst zu Akteuren in sprachlichen Aushandlungsprozessen? Wie prägt die Sprache, in der über Dinge gesprochen und Geschichte erzählt wird, ihre Wahrnehmung und museale Einordnung? Wie lassen sich mehrsprachige oder sprachlich umkämpfte Objekte ausstellen, dokumentieren und vermitteln, ohne ihre Vielstimmigkeit zu glätten? Und wie können Museen Orte werden, an denen unterschiedliche Sprachen, Perspektiven und Geschichten sichtbar und hörbar bleiben?

Mögliche Themen:

 

Sprache der Dinge / Dinge der Sprache
    Wie „sprechen“ Objekte in Museen – und wie wird über sie gesprochen (Marketingsprech, Jugendsprache, Fachjargon, …)
    Sprachliche Zuschreibungen und Bezeichnungen im Wandel
    Übersetzung als museale Praxis: Zwischen Original, Übertragung und Interpretation
 

Mehrsprachigkeit, Minderheitensprachen und materielle Kultur
    Objekte als Zeugen sprachlicher Vielfalt in Regionen und Gemeinschaften.
    Museale Repräsentationen von Minderheitensprachen (z. B. Burgenlandkroatisch, Ungarisch, Romanes, Slowenisch uvm.)
    Sichtbarmachung und Kontextualisierung sprachlicher Minderheiten im Ausstellungskontext

 

Grenzen und Übergänge
    Objekte als Träger von Grenzerfahrungen – geografisch, kulturell, politisch
    Mobilität, Migration und kulturelle Übersetzung
    Sprachräume und Machtachsen im Museum

 

Stimmen, Autorität und Deutungshoheit
    Kuratorische, wissenschaftliche und community-basierte Sprechpositionen
    Partizipation, Vielstimmigkeit und Macht in der musealen Sprache
    Das Objekt als Akteur in diskursiven Aushandlungsprozessen

 

Mehrstimmigkeit als Methode
    Multiperspektivisches Sammeln, Dokumentieren und Erzählen
    Zugänge zu sprachlich komplexen Objekten
    Praktiken der Co-Kuration und des gemeinsamen Sprechens

Wie können Sie etwas beitragen?
Input, Insight, Diskussion

Schicken Sie uns einen Beitragsvorschlag mit max. 1.000 Zeichen inkl. Leerzeichen, gerne auch mit einer Formatidee bis 27. Februar an office@landesmuseum-burgenland.at.
Sie erhalten von uns bis 20. März Bescheid, ob und wie wir Ihren Vorschlag im Programm des Museumstages unterbringen.

 

Objekt
Wir sind auf der Suche nach 26 Objekten, die zum Themenkreis Sprache, Mehrsprachigkeit, Grenzen dazu einladen, im Rahmen eines Objektgesprächs in kleinen Gruppen zu diskutieren und sich Möglichkeiten der Vermittlung und des Ausstellens auszutauschen.

Schicken Sie uns eine Abbildung Ihres Objekts und eine kurze Beschreibung bzw. Themenorientierung bis 27. Februar an office@landesmuseum-burgenland.at.
Natürlich freuen wir uns, wenn das Objekt auch tatsächlich mitgebracht werden könnte. Wir können Sockel ohne Sturz (45*45*120 cm) zur Verfügung stellen sowie zur Lagerung einen verschlossenen und sicheren Raum. In Abstimmungen können auch Stürze bereitgestellt werden. Die Objektgespräche sind für 15. Oktober, 14 bis 16 Uhr geplant, davor und danach sind sie für Besucher:innen nicht zugänglich. Sollten Sie das Objekt nicht mitnehmen können, sollte das Objekt durch Fotos so gut dokumentiert sein, dass sich alle davon sofort ein Bild machen können.